
Schweizer Engagement im Landwirtschaftssektor zeigt Wirkung
Die zwischen 2003 und 2008 eingesetzten rund 1.2 Milliarden Schweizer Franken halfen mit, die Produktion und Produktivität von landwirtschaftlichen Familienbetrieben zu steigern, handelspolitische Rahmenbedingungen zu verbessern sowie Wertschöpfungsketten zwischen Erzeugern und Verbrauchern zu optimieren.
Nahrungsmittelhilfe – Risikominderung und Krisenvorsorge
Die globale Ernährungskrise, Naturkatastrophen und Konflikte haben die Ernährungsunsicherheit verschärft. Der humanitäre Auftrag „Leben retten und Leiden lindern“ wird durch
die Nahrungsmittelhilfe praktisch umgesetzt. Sie ist auch ein erster Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen Ernährungssicherung.
| • |
Laut FAO betrug die Zahl der unterernährten Menschen 2009 weltweit 1,02 Milliarden. |
| • |
Im Zuge der Nahrungsmittelkrise und der darauf folgenden Wirtschaftskrise sah sich die arme Bevölkerung gezwungen, ihre Nahrungsmittelvielfalt einzuschränken und die Ausgaben für Grundbedürfnisse wie Bildung und Gesundheitsversorgung zu kürzen. |
| • |
Ein gesunder Landwirtschaftssektor kann in Krisenzeiten als wirtschaftlicher Puffer dienen und Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, namentlich in armen Ländern. |
| • |
Die verschärfte Nahrungsmittelkrise als Folge der Preissteigerungen und Ernteausfällen hat in verschiedenen Staaten Afrikas zu Unruhen geführt. |
| • | "Manger en Paix!" bleibt die Hauptherausforderung für die Projekte in Afrika. Naturkatastrophen, aber auch bewaffnete Auseinandersetzungen haben in den Regionen Darfur, Südsudan, Horn von Afrika, insbesondere Äthiopien und Somalia sowie Ostkongo und Simbabwe., zu grossen Ernteausfällen, Ernährungsunsicherheit und Migrationsbewegungen von Menschen geführt. |
Nahrungsmittelhilfe in akuten und auch chronischen Krisensituationen ist eine Kernaufgabe der Humanitären Hilfe. In den letzten Jahren hat jedoch ein Umdenkungsprozess stattgefunden: Während früher Ernährungssicherung in Krisenzeiten mehr oder weniger mit Nahrungsmittelhilfe gleichgesetzt wurde, steht jetzt die Krisenprävention im Vordergrund: es werden alle erforderlichen Massnahmen getroffen, um Hungerkrisen vorzubeugen oder zumindest deren Ausmass so zu begrenzen, dass möglichst wenig und nur kurzzeitig Nahrungsmittelhilfe erforderlich ist.
Als Teil der globalen Antwort auf den fortschreitenden Klimawandel und andere Faktoren, die mit grosser Wahrscheinlichkeit zu weiteren und immer grösseren Ernährungskrisen führen werden, hat die DEZA ihr Engagement im Bereich der Ernährungssicherheit verstärkt. Die Humanitäre Hilfe ergreift mit der Nahrungsmittelhilfe Massnahmen zur Linderung der unmittelbaren Auswirkungen von Ernährungskrisen auf die Ärmsten. Zudem unterstützt sie Projekte, die dazu beitragen, drohende Hungerkrisen zu verhüten oder zumindest abzumildern. Die langfristig ausgerichtete Entwicklungszusammenarbeit fördert die Landwirtschaft in Entwicklungsländern und unterstützt Politikmassnahmen, welche zur Verbesserung der internationalen Regeln und der Rahmenbedingungen in den Zielländern beitragen.
| Fokus der DEZA
Nach akuten Krisen strebt die Humanitäre Hilfe einen möglichst raschen Übergang von der Nothilfe zur Wiederherstellung der Einkommens- und weiteren Lebensgrundlagen an. In ländlichen Gebieten ist der wichtigste Teil davon der Neustart der land- und viehwirtschaftichen Produktion und der lokalen Märkte, inklusive der Rehabilitation der dazu notwendigen Infrastruktur. Gleichzeitig werden Massnahmen unterstützt, die ähnliche Krisen in Zukunft verhindern sollen. Die Entwicklungsprogramme der DEZA bewirken höhere private und öffentliche Investitionen in die Landwirtschaft, fördern die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere in ländlichen Gebieten, verbreiten das lokal verfügbare Nahrungsmittelangebot und verbessern Einkommen und Kaufkraft. Sie tragen so zur nachhaltigen Sicherung der Ernährung bei. Konkret konzentriert sich die DEZA auf vier Stossrichtungen:
Das laufende DEZA Programm trägt wesentlich zur globalen Ernährungssicherung bei. 2009 wurden dafür Beiträge in der Höhe von ca. 221 Mio. CHF geleistet: Nahrungsmittelhilfe (45 Mio. CHF für WFP), internationale Agrarforschung (13 Mio. CHF), Beiträge an Programme und Projekte in Partnerländern und direkte Durchführung von Projekten(108 Mio.CHF). Dazu kommt der ernährungsrelevante Anteil der DEZA-Beiträge an UNO-Organisationen und an Internationale Finanzinstitutionen (55 Mio. CHF). Zusammenarbeit mit dem World Food Programme Das Welternährungsprogramm WFP ist für die Humanitären Hilfe der Hauptpartner im Rahmen der multilateralen Zusammenarbeit. Zusätzlich zu Nahrungsmittelhilfe und Beiträgen an Nothilfeprogramme
unterstützt die Humanitäre Hilfe mit Fachwissen und mit gezielten Beiträgen die Stärkung von lokalen Kapazitäten zur Krisenvorsorge und zur Verbesserung der Krisenresistenz auf nationaler, regionaler
und Dorf-Ebene. Der Einsatz von neueren Instrumenten wie Lokaleinkauf und -verarbeitung von Nahrungsmitteln sowie Cash- und Voucher-Ansätze werden dabei besonders gefördert.
|
Weitere Themen in diesem Bereich:
Mit der Verteilung schweizerischer Milchprodukte leistet die Humanitäre Hilfe des Bundes einen Beitrag zur Vorbeugung und Behandlung von Fehl-/Unterernährung und Krankheiten. |
Weiterführende Informationen und Dokumente
DokumenteExterne Links
-
FAO - The Food and Agriculture Organization of the United Nations
http://www.fao.org -
FAO Hunger Portal
http://www.fao.org/hunger/en/ -
World Food Situation Portal
http://www.fao.org/worldfoodsituation/en/ -
Report: Food aid and food assistance in emergency and transitional contexts - A review of current thinking
http://www.odi.org.uk/resources/details.asp?id=4934&title=food-aid-food-assistance-emergency-transit ional-contexts-review-current-thinking
Artikel und Pressemitteilungen
